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Abteilungen der Bau- und Kunstdenkmalpflege

Trockenborn / Wolfersdorf, ehem. Jagdschloss „Fröhliche Wiederkunft“ (Foto: TLDA)

Unterschiedlich farbig verputzes Schloss mit Türmen und Toren umgeben von Wald.

Oberhof, Interhotel Panorama (Foto: TLDA)

Zwei Gebäude in Form von Sprungschanzen.

Jena Drackendorf, Burgruine Lobdeburg (Foto: TLDA)

Burgruine mit Blick ins Tal unter blauen Himmel mit dekorativen weißen Wolken.

Gotha, Bohnstedtstraße 6, Stadtbad (Foto: TLDA)

Innenaufnahme einer zweistöckigen Schwimmhalle mit Deckengewölbe und mit Wasser gefülltem Schimmbecken.

Erfurt, Petersberg, Peterskirche (Foto: TLDA)

Seitliche Ansicht einer romanische Pfeilerbasilika.

Der Bereich der Bau- und Kunstdenkmalpflege wird durch die beiden Fachabteilungen „Denkmalerfasung / Inventarisierung“ und „Praktische Denkmalpflege“ getragen.

Diese Struktur bildet die Grundlage der erfolgreichen Arbeit des Fachbereichs und sichert eine hohe Flexibilität bei der abteilungsinternen und -externen Arbeitsorganisation sowie der stringenten Durchsetzung fachlicher Leitlinien in denkmalkundlichen und denkmalmethodischen Fragen.

Gleichzeitig gewährleistet sie den Herausforderungen in Zusammenhang mit der Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie, einem EU-Vorhaben für eine gemeinsame Geodateninfrastruktur, und der Vorbereitung digitaler Verwaltungsverfahren gerecht zu werden. Die fachliche Richtlinienkompetenz des Landeskonservators bleibt dabei unberührt.

Die Abteilungen:

  • Abteilungsleiter
    Dr. Martin Baumann
    martin.baumann@tlda.thueringen.de


    Die Inventarisation ist die Grundlage jeden denkmalpflegerischen Handelns und ein gesetzlicher Auftrag der staatlichen Denkmalpflege. Sie umfasst neben der Erforschung und Dokumentation von Kulturdenkmalen die Erfassung und Bewertung von denkmalwerten Bauten und Anlagen und benennt diese gemäß des Thüringer Denkmalschutzgesetzes als schützens- und erhaltenswerte Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und erdgeschichtlicher Entwicklung.

    In Thüringen erfolgt die Denkmalerfassung auf dem sogenannten  „ipso-iure-Prinzip“. Danach stehen gemäß § 2 Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG) alle Denkmale, die die gesetzlichen Kriterien erfüllen,  automatisch – auch wenn sie noch nicht als solche erkannt worden sind – unter Schutz.

    Das Landesamt führt von Amts wegen gemäß §§ 4 und 5 ThürDSchG ein öffentliches Verzeichnis (Denkmalbuch), in welchem die unbeweglichen bzw. die beweglichen Kulturdenkmale verzeichnet sind und für die entsprechend ein öffentliches Erhaltungsinteresse besteht.

    Dazu gehören Einzelbauwerke, bauliche Ensembles wie Siedlungen, Gärten und gestaltete Landschaftsteile, aber auch Kirchenausstattungen, Glocken und Orgeln, technische Kulturdenkmäler und andere. Die Erfassung bzw. Inventarisation ist eine immerwährende Aufgabe. Sie erfolgt fortlaufend und flächendeckend nach einheitlichen, national und international abgestimmten Standards.

    Derzeit sind in Thüringen etwa 30.000 Bau- und Kunstdenkmale erfasst. Dabei ändert sich diese Anzahl stetig, denn aufgrund von wissenschaftlichen Neuerkenntnissen, aber auch von Veränderungen am Kulturdenkmal und im Umfeld eines Kulturdenkmals sind kontinuierlich Nachinventarisationen nötig und können Überprüfungen der Denkmalwerte von Kulturdenkmalen erforderlich sein. 

    Die Eigentümer von Kulturdenkmalen werden schriftlich über die Eintragung ins Denkmalbuch benachrichtigt, die Information über den Denkmalstatus von Denkmalensembles erfolgt durch Veröffentlichung im Thüringer Staatsanzeiger.

    Eine weitere Kernaufgabe besteht in der Vermittlung des denkmalkundlichen Wissens an die Öffentlichkeit. Dies erfolgt über Fachtagungen und Publikationen, wie den „Arbeitsheften des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie“, in denen denkmalkundliche Beiträge zu Einzelobjekten, Gattungen, verschiedenen Erscheinungsformen und Schwerpunktthemen der Denkmalpflege thematisiert werden. Zudem gibt es Denkmaltopografien, das heißt Denkmalverzeichnisse in Buchform für die Städte Gera und Weimar, das Villengebiet in Eisenach sowie den Landkreis Sonneberg und den Kyffhäuserkreis.

  • Abteilungsleiter
    Dr. Heribert Sutter
    heribert.sutter@tlda.thueringen.de


    Die Praktische Denkmalpflege befasst sich auf Grundlage des Thüringer Denkmalschutzgesetzes (ThürDSchG) mit allen Fragen der Erhaltung und Pflege der Kulturdenkmale. An ihnen besteht aufgrund ihres einzigartigen individuellen historischen Zeugniswertes ein allgemeines öffentliches Interesse zur Erhaltung, Pflege und Weitergabe der ihnen innewohnenden Informationen an die nachfolgenden Generationen. 

    Aufgabe der Praktischen Denkmalpflege ist es, private und öffentliche Denkmaleigentümer, Architekten, Fachplaner, Handwerker und die für die Umsetzung des Denkmalschutzgesetzes zuständigen Denkmalschutzbehörden fachlich beratend zu unterstützen.

    Durch die Praktische Denkmalpflege ist zu beurteilen, ob durch vorgesehene Eingriffe und Veränderungen der Zeugniswert des Kulturdenkmals erhalten bleibt und die von der Inventarisation festgestellten denkmalkonstituierenden Eigenschaften nicht nachhaltig negativ beeinträchtigt werden oder gar verloren gehen. Neben den immateriellen, ideellen Zeugniswerten umfassen diese unter anderem das Erscheinungsbild, die Substanz sowie Oberflächen und Ausstattung eines Kulturdenkmals wie auch dessen Umgebung und städtebauliche Situation. 

    Die denkmalfachliche Beratung stützt sich auf allgemein anerkannte denkmalmethodische sowie wissenschaftlich fundierte Herangehensweisen (zum Beispiel Charta von Venedig, Leitbild der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland/VdL, Grundsätze des Landesamtes zum Umgang mit Kulturdenkmalen). Die Beratung erfolgt stets auf den jeweils konkreten Einzelfall bezogen, ggf. auch unter Einbeziehung externer Fachleute. Die Beratungsinhalte umfassen alle Aspekte geeigneter und auf das spezifische Vorhaben abgestellter Instandsetzungsmethoden und -technologien, bauliche und gestalterische Veränderungsmöglichkeiten an und in einem Kulturdenkmal. Hinzu kommen aber auch Umnutzungsüberlegungen im Sinne einer denkmalgerechten Nutzung als Voraussetzung für dessen Erhaltung und Fortbestand.

    In Material und Gestaltung zeitgemäße Erneuerungen und Ergänzungen sind als aktuelle Fortschreibung über Generationen hinweg erfolgter stetiger Veränderungen und damit als Fortsetzung der Baugeschichte eines Kulturdenkmals legitim. Diese müssen jedoch den überlieferten Denkmalbestand in seinen gestalterischen, baulichen und technischen Ausführungen respektieren und eine allen Belangen gerecht werdende Ausführungsqualität mit sich bringen.

    Die fachliche Breite der Praktischen Denkmalpflege umfasst auch Sondergebiete wie Industriedenkmalpflege, Orgeldenkmalpflege, Glockendenkmalpflege, Städtebauliche Denkmalpflege, Gartendenkmalpflege, Kunstgut, Glas- und Wandmalerei mit den ihnen eigenen besonderen Aspekten und Bedingungen.

    Zu den Aufgaben der Praktischen Denkmalpflege gehört ferner die Beratung von Denkmaleigentümern hinsichtlich möglicher finanzieller Hilfen zum Erhalt und zur Instandsetzung von Kulturdenkmalen auf der Grundlage der geltenden Denkmalfördermittelrichtlinie  des Freistaats Thüringen oder anderer Fördereinrichtungen (Bund, Land, Stiftungen) sowie bezüglich der Inanspruchnahme von Steuervergünstigungen gemäß Einkommensteuergesetz.

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