Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Archäologische Denkmalpflege

Blick auf den Kleinen Gleichberg, Lkr. Hildburghausen. Die dortige keltische Besiedlung Steinsburg ist das größte Bodendenkmal in Thüringen (Foto: TLDA)

Foto: Blick auf einen grün bewaldeten Berg

Leubinger Fürstenhügel, Lkr. Sömmerda, 2020 (Foto: TLDA)

Mit Gras bewachsener Grabhügel am Ende eines braunen Feldes, neben einigen Bäume

Mittelalterlicher Hohlweg durch den Wald bei Liebschütz, Saale-Orla-Kreis (Foto: TLDA)

Durch einen Wald führt eine alte, tief eingeschnittene, breite Schneise

Frühmittelalterliches Gräberfeld bei Oßmannstedt, Lkr. Weimarer Land, Sondage 2007 (Foto: TLDA)

Archäologische Ausgrabungsfläche mit vier freigelegten Skeletten nebeneinander


Das Land Thüringen besitzt ein reiches archäologisches Erbe von der Ur- und Frühgeschichte bis in das Mittelalter: Im Zentrum Mitteleuropas gelegen, wurde die Region in der Vergangenheit ständig und intensiv besiedelt. Schon vor 400.000 Jahren ließen sich zum Beispiel Urmenschen im Thüringer Becken nieder, nahe dem heutigen Bilzingsleben. In Weimar-Ehringsdorf lagerten vor rund 230.000 Jahren frühe Neandertaler. Über die Jahrtausende hinweg war Thüringen immer wieder Drehscheibe verschiedenster Völker und Kulturen – und sie alle hinterließen Spuren, die wir noch heute im Boden finden können.

Durch eine Vielzahl von Baumaßnahmen, aber auch die Land- und Forstwirtschaft oder andere Eingriffe ist diese besondere archäologische Denkmalsubstanz zum Teil stark gefährdet und von Zerstörung bedroht. Jährlich erfordert dies bis zu 100 Ausgrabungen durch das Landesamt, das auch durch ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger unterstützt werden.

Die Aufgaben der Archäologischen Denkmalpflege sind ebenso wie der Umgang mit den Bodendenkmalen durch das Thüringer Denkmalschutzgesetz geregelt.

Zur Archäologischen Denkmalpflege gehört die Sammlung archäologischer Funde, die durch Ausgrabungen oder andere Maßnahmen dem Freistaat Thüringen zufallen. Die Sammlung umfasst etwa 4 Millionen Einzelobjekte, mit über 530.000 Inventarnummern. Museale Leihanfragen können über die Abteilung Bodendenkmalpflege gestellt werden.

Herausragende archäologische Denkmale in Thüringen können Sie zudem über das Portal Archäologische Denkmale in Thüringen entdecken und virtuell erkunden, das das Landesamt zusammen mit der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) betreibt.

Das Landesamt arbeitet mit der Archäologische Gesellschaft in Thüringen e. V. (AGT) zusammen, deren Ziel es ist, die Bodendenkmalpflege im Freistaat zu fördern und die Ergebnisse von Forschungen zur archäologischen Denkmalpflege an breite Bevölkerungskreise zu vermitteln.
 

Archäologische Funde aus Thüringen:

Die Venusfigur von Oelknitz, Saale-Holzland-Kreis, stammt aus der Altsteinzeit (Magdalénien, ca. 18.000–12.000 Jahre v. Chr.) und ist damit eines der ältesten Kunstwerke (Foto: TLDA)

Kleine Venusstatuette aus Knochen, Brust und Po sind deutlich herausgearbeitet

Das halbkugelige Gefäß (Kumpf) aus Sondershausen zeigt, dass man schon in der Jungsteinzeit (Linienbandkeramik, ca. 5500–4800 v. Chr.) Wert auf farbiges Geschirr legte (Foto: TLDA)

Kugeliges Tongefäß mit zwei Griffnoppen an den Seiten und weißen Verzierungen

Aus einem Männergrab bei Apfelstädt, Lkr. Gotha, ist das älteste Gold Thüringens bekannt (Glockenbecherkultur, ca. 2600–2200 v. Chr.). Die Spiralen wurden im Haar getragen und bestehen aus Elektron, einer Gold-Silber-Legierung (Foto: TLDA)

Zwei kurze silber-goldene Spiralen mit je einer flachen Endplatte

Der Beilhort von Dermsdorf, Lkr. Sömmerda, wurde unter der Türschwelle eines Hauses der frühen Bronzezeit (Aunjetitzer Kultur, ca. 2200–1550 v. Chr.) und in Sichtweite zum Leubinger Fürstenhügel gefunden (Foto: TLDA)

Viele dunkelgrünpatinierte Bronzebeile vor schmucklosem Keramikgefäß

Die Schmucktracht einer Bestattung aus der Bronzezeit (Hügelgräberbronzezeit, ca. 1600–1300 v. Chr.) in Schwarza, Lkr. Schmalkalden-Meiningen, gibt einen Eindruck von der damaligen Festtagskleidung (Foto: TLDA)

Hals- und Armschmuckgegenstände aus grün patinierter Bronze und braunen Perlen

Drei Vogelkopffibeln von der keltischen Steinsburg auf dem Kleinen Gleichberg bei Römhild, Lkr. Hildburghausen (Latènezeit, ca. 450 v. Chr. bis Chr. Geburt). Namensgebend ist der stilisierte Vogelkopf an den Fundstücken (Foto: TLDA)

Drei Gewandspangen aus patinierter Bronze, jeweils mit stilisiertem Vogelkopf

Das germanische Fürstengrab von Haßleben, Lkr. Sömmerda, aus der römischen Kaiserzeit (Chr. Geb. bis 375 n. Chr.) enthielt neben weiterem, reichem Frauenschmuck auch zwei goldene Haarnadeln mit Granatbesatz (Foto: TLDA)

Zwei goldene Haarnadeln, filigran, mit roten Steinen besetzt

Einblick in die Vorstellungswelt der Germanen während der römischen Kaiserzeit (Chr. Geb. bis 375 n. Chr.) gibt die im lange genutzten Opfermoor von Oberdorla, Unstrut-Hanich-Kreis, gefundene Darstellung der gallorömischen Gottheit Diana Abnoba (Foto: TLDA)

Langschmales Vierkantholz mit rundem menschlichem Gesicht und angedeuteter Brust

Kunstvolle Goldfibeln aus Weimar und Erfurt-Gispersleben bezeugen eine adlige Oberschicht im Thüringer Königreich (5. und 6. Jh. n. Chr.) und Beziehungen zum Frankenreich (Foto: TLDA)

Zwei goldene Gewandspangen mit strahlenförmigen Köpfen und roten Schmucksteinen

Verbindungen zum ostgotischen Reich zeigt die „Dame von Oßmannstedt“, Lkr. Weimarer Land, der im Grab eine goldene Adlerfibel mit feinem Granatbesatz beigegeben war ... (Foto: TLDA)

Goldenes Schmuckstück in Adlerform, mit vielen roten Schmucksteinen besetzt

... deren kunstvolles Handwerk (2. Hälfte 5. Jh.) auch im detailliert ausgeführten Adlergefieder auf der Rückseite der Fibel deutlich wird (Foto: TLDA)

Gewandspange in Adlerform von hinten mit deutlich herausgearbeitetem Gefieder

Auch nach dem Untergang des Thüringer Königreiches gab es noch eine adlige Elite, wie das Grab des „Herrn von Boilstädt“ bei Gotha mit seiner weströmischen Goldmünze (ca. 600 n. Chr.) vorführt (Foto: TLDA)

Goldmünze mit stilisierter Göttin

Der 1349 im sogenannten Erfurter Schatz versteckte jüdische Hochzeitsring zeigt eine sorgfältig gearbeitete gotische Tempelarchitektur, die Inschrift „masel tow“ wünscht dem Brautpaar viel Glück (Foto: F. Trykowski; TTG; TLDA)

Filigraner Goldring mit Aufbau eines Tempels mit spitzem Dach und Türmen

Der Freistaat Thüringen in den sozialen Netzwerken: