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Geschichte der Denkmalpflege

Das heutige Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) besteht seit 2006, nachdem die vorher getrennten Bereiche Denkmalpflege und Archäologie in einem Fachamt vereint wurden. Noch heute gibt es zwei Dienststellen, die Bau- und Kunstdenkmalpflege in Erfurt und die Archäologische Denkmalpflege in Weimar.
 

Die Ausgrabung des Derfflinger Großgrabhügels im Jahre 1901. Links Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach, rechts der Ausgräber und spätere Kustos des Weimarer Museums Armin Möller (Foto: Bestand Landeskataster TLDA)

Historische Fotographie von 1901, die zwei Herren in Anzug, mit Spazierstock und Hut zwischen den Erdwänden des ausgegrabenen Derflinger Grabhügels zeigt, hinter ihnen weitere Zuschauer, vor ihnen Fundmaterial auf einem Brett ausgebreitet

Historische Aufnahme zweier Keramikgefäße (Kugelamphore links und Topf rechts), die innerhalb einer Steinkiste der zentralen Bestattung der ausgehenden Jungsteinzeit im Derfflinger Großgrabhügel gefunden wurden (Foto: Bestand Landeskataster TLDA)

Alte schwarz-weiß-Fotographie von drei Tongefäßen mit Zollstock davor

Manuskriptseite mit der Handschrift des Ausgräbers A. Möller der 1912 erschienenen Veröffentlichung „Der Derfflinger Hügel bei Kalbsrieth (Grossherzogtum Sachsen)“ (Bestand Landeskataster TLDA)

Manuskriptseite in altdeutscher Handschrift auf vergilbtem Papier

Plan des Derfflinger Großgrabhügels mit handschriftlichen Ergänzungen (Bestand Landeskataster TLDA)

Gedruckter Plan, der den Grundriss und Aufbau eines Großgrabhügels zeigt mit handschriftlichen Ergänzungen

Frühe Anfänge

Erste denkmalpflegerische Bestrebungen reichen weit in das 19. Jahrhundert zurück, sie bezeugen das neu erwachte Nationalbewusstsein dieser Zeit. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts veranlasste Johann Wolfgang von Goethe in Weimar archäologische Ausgrabungen. Der erste Staatskonservator Preußens wurde 1844/45 eingesetzt.

Ab den 1870er Jahren entstanden in Thüringen bis heute für die Inventarisierungsarbeit grundlegende, wissenschaftliche Denkmallisten. Einer ihrer Begründer war der Kunst- und Prähistoriker Prof. Friedrich Klopfleisch aus Jena.

Allerorten schlossen sich interessierte Bürger in Geschichts- oder naturwissenschaftlichen Vereinigungen zusammen, so auch in der 1888 gegründeten  „Naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Weimar“. Aus ihrem Engagement entwickelte sich das spätere Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens.

Etablierung

Zunächst wuchs das Museum aus Privatsammlungen, die neben Altertümern auch zoologische, mineralogische, paläontologische und botanische Objekte umfassten. Seit 1892 wurden die Fund im Poseckschen Haus in Weimar (Humboldtstraße 11) ausgestellt.

Bedeutende archäologische Funde, wie die Neandertaler-Funde aus Weimar-Ehringsdorf oder das germanische Fürstengrab von Haßleben schärften die immer stärkere rein archäologische Ausrichtung der Sammlung.

Die kuratorische Leitung erhielt 1934 der Ordinarius für Ur- und Frühgeschichte der Universität Jena, der in Personalunion zugleich zum staatlichen Vertrauensmann für kulturhistorische Altertümer und damit zum ersten „Landesarchäologen“ wurde.

Als zentraler Anlaufpunkt für den Schutz von Bau- und Kunstdenkmalen existierte parallel bis 1931 eine „Landesberatungsstelle für Heimatschutz und Denkmalpflege“.

Filigran gearbeiteter Goldschmuck aus dem 1913 entdeckten Grab der „Fürstin von Haßleben“: zwei Gewandschließen (Fibeln) und ein Fingerring, mit roten Granat-Steinen verziert (Foto: TLDA)

Filigran gearbeitete Schmuckstücke aus Gold mit Einlagen großer dunkelroter Schmucksteine vor grauem Untergrund; drei Gewandschließen (Fibeln) und ein Fingerring

Präsentation der „Fürstin von Haßleben“ in der aktuellen Ausstellung des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens (Foto: TLDA)

Auf sandig-steinigem Untergrund liegt ein Skelett, umgeben von Gefäßen aus Metall, Holz und Keramik und verschiedenen Schmuckgegenständen, unter anderem große Perlen im Brustbereich

Die Ausgräber und Erforscher der ersten Neandertalerknochen im Ehringsdorfer Steinbruch, historische Aufnahme von 1908 (Foto: L. Heldt, heute im TLDA)

Historisches schwarz-weiß-Foto, Gruppenaufnahme von 20 Personen, stehend zwischen hellen Steinklüften

Schädeldach einer 20- bis 30-jährigen Neandertalerin aus Weimar-Ehringsdorf (Foto: TLDA)

Foto: Ein aus mehreren Bruchstücken zusammengefügtes Schädeldach vor schwarzem Hintergrund

Im Freigelände „Forschungspfeiler“ Ehringsdorf kann heute der historische Steinbruch für jeden frei zugänglich besucht werden (Foto: TLDA)

Blick auf eine mit kleinen Bäumen und Sträuchern bewachsene, ca. 15 m hohe Steinwand eines alten Steinbruches, davor ein Zaun und eine Infotafel

Meiningen, Stadtkirche St. Marien, Grundsteinlegung zum Umbau, 1884 (Foto: Bildstelle TLDA)

Weimar, Markt 11/12, Cranach-Haus, vor dem Umbau, um 1892 (Foto: Bildstelle TLDA)

Arnstadt, Liebfrauenkirche, Ansicht von Süden im Zuge der Rekonstruktion 1957 (Foto: Bildstelle TLDA)

Historische Aufnahme einer gotisch-romanischen Kirche. Seitliche (Süden) Ansicht. Links zwei Türme, mittig Kirchenschiff mit eingerüsteten Turm.

Burgk, Schloss, Pavillon „Sophienlust“ von 1749, Foto 1982/83 (Foto: Bildstelle TLDA)

Historische Aufnahme eines in einem Park befindlichen pavillionähnlichen Gebäudes. Davor angelegte Wege mit Steinfiguren rechts und links.

Entwicklung der staatlichen Denkmalpflege bis 1989

1933 wurde für die Bau- und Kunstdenkmalpflege als staatliche Institution das „Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Heimatschutz“  in Weimar gegründet, das nach 1945 als Abteilung dem Thüringischen Ministerium für Volksbildung eingegliedert wurde. 1947 gab es kurzfristig das „Amt für Denkmalpflege und Naturschutz“ in Erfurt.

Im Zuge der Auflösung des Landes Thüringen nahm ab 1952 die Denkmalpflege der neu gebildeten Bezirke Erfurt, Gera und Suhl das Hallesche Institut für Denkmalpflege wahr. Erst 1963 wurde in Erfurt eine Arbeitsstelle des „Instituts für Denkmalpflege“ eingerichtet, die in der Form bis 1989 fortbestand.

Der Aufbau einer staatlichen Bodendenkmalpflege und der Ausbau zu einem archäologischen Landesmuseum wurden 1953 mit der Unterstellung desselben unter das Staatssekretariat befördert, in dessen Folge dem Museum auch die Landesstelle für Vor- und Frühgeschichte als Forschungsstelle für die Bezirke Erfurt, Gera, Suhl angegliedert wurde.

Ein gemeinsames Amt

Mit der politischen Wende 1989 und damit einhergehenden neuen Verwaltungsstrukturen wurden beide Einrichtungen 1991 als nachgeordnete Fachbehörden des Thüringer Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst neu konstituiert.

Gebildet wurde das Thüringische Landesamt für archäologische Denkmalpflege in Weimar (TLAD), in dessen Trägerschaft das Museum fortbesteht.

In Erfurt entstand das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege (TLD), das in der denkmalgeschützten Artilleriekaserne auf dem Erfurter Petersberg ein eigenes Domizil fand.

1992 wurde mit dem 2004 novellierten Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG) die rechtliche Basis für eine umfassende, erfolgreiche Arbeit des schließlich 2006 vereinigten TLDA geschaffen.

Erfurt, Petersberg 12, Sitz der Bau- und Kunstdenkmalpflege (Foto: TLDA)

Foto: Ein weiß gestrichenes, drei stöckiges Haus mit rotem Mansardendach

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