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Das Saalfelder Schloss und seine Geschichte

Das Barockschloss in Saalfeld, Lkr. Saalfeld-Rudolstadt, mit seinem Park kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Es liegt nördlich der heutigen Altstadt auf einem dreieckigen Sporn in der Saaleaue. Hier befand sich ab dem 9. Jh. eine karolingische Befestigung und im 10./11. Jh. eine ottonische Pfalz mit knapp 12 ha Größe. Ab 1071 erbaute man auf dem Gebiet das Benediktinerkloster St. Peter und Paul. Archäologische Untersuchungen durch das heutige Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) fanden in den 1960er und 2000er Jahren statt und erbrachten u. a. Aussagen zur Lage des ottonischen Befestigungssystems. In die Klosterzeit datieren zahlreiche Gebäudegrundrisse, ein Werkplatz zur Herstellung von Buntmetall und Eisen sowie ein Friedhof.

Die Südseite des Barockschlosses Saalfeld mit Lage der Bauarbeiten. Unter seinem Südflügel ruhen die Fundamentreste der Klosterkirche (Foto: TLDA, Weimar)

Rechteckiges weißes Gebäude mit vier Geschossen, davor Baum

Die als Schalenmauerwerk gesetzte Buntsandsteinmauer (Foto: TLDA, Weimar)

Im Boden sind große Steinblöcke halb freigelegt

Jüngste Baumaßnahmen an der Südseite des Schlosses erbrachten einige Mauerzüge und neue Aussagen zum Klosterfriedhof. Zum Vorschein kam u. a. eine sauber aus behauenen Buntsandsteinquadern gesetzte Schalenmauer, die auf knapp 5 m Länge mit einer Breite von 1,30 m aufgenommen werden konnte. Ihr Füllmaterial bestand aus Sandsteinbruch und Kalkmörtel. Sie war auf den anstehenden Lehm gesetzt und auf einer Höhe von 1,80 m erhalten.

Eine weitere, ebenfalls aus Buntsandstein gearbeitete Mauer konnte in einem weiteren Sondageschnitt dokumentiert werden. Die beiden Mauerfundamente können sowohl von ihrer Bauausführung als auch ihrer stratigrafischen Lage zu einem Gebäude der ottonischen Pfalz gehört haben. Nach dessen Abbruch wurde auch dieses Areal vom Kloster als Friedhof genutzt. Es ergab West-Ost-ausgerichtete Körpergräber in gestreckter Rückenlage aus zwei Bestattungsphasen. Mit den aktuellen Untersuchungen konnte die Ausdehnung des klosterzeitlichen Bestattungsplatzes genauer lokalisiert werden.
 

Dr. Ines Spazier
Gebietsreferent Ostthüringen, TLDA, Weimar

Tel.: 0361 / 57 3223 343
E-Mail: ines.spazier@tlda.thueringen.de

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